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  Bericht von http://www.ig-gespannrennen.com
 

5. Lauf Schleizer Dreieck - 6./7. August 2005

  Hock Becker gewinnen die Wasserschlacht von Schleiz
(Text und Fotos: Hubert Lebeau)

Auf der von Regen und Hagel überfluteten Piste gelang Kurt Hock/Enrico Becker beim Schleizer Dreieckrennen ein überzeugender Sieg beim fünften Lauf der IDM-Sidecars. Da Moser/Wäfler als hartnäckigste Verfolger des Meisterschaftsleaders Jörg Steinhausen über den 6. Platz nicht hinauskamen, konnte dieser die Führung knapp verteidigen, obwohl er an diesem Wochenende beim WM-Lauf auf dem Salzburgring am Start ging.
Kurz vor dem Gespannrennen hatte ein viertelstündiger Hagelschauer die Schleizer Strecke so unter Wasser gesetzt, dass an einen Start erst einmal nicht zu denken war. Um sich die Wartezeit zu verkürzen, lieferten sich die Piloten auf der Start-und-Zielgeraden erst einmal eine "Schneeballschlacht".
Der Trainingsdritte Uwe Göttlich hatte sich vor dem Start ausdrücklich diese widrigen Bedingungen gewünscht, weil er sich so ganz besonders gute Chancen ausrechnete. Aber auch Kurt Hock auf Startplatz sechs gilt traditionell als guter Regenfahrer.
Beim Start bei nachlassendem Regen, aber immer noch klatschnassem Asphalt, übernahmen die Trainingsschnellsten Moser/Wäfler das Kommando vor Göttlich/Höss, während sich Schlosser/Kolloch als Trainingszweite nur langsam von der Linie lösten und erst einmal im Mittelfeld regelrecht untertauchten. Hock/Becker gelang dagegen ein Raketenstart. Sie pflügten ganz innen an der Boxenmauer durch die Fluten, gingen in der ersten Kurve sie bei Eilers/Freund längsseits und übernahmen entschlossen die 3. Position. Knappe zwei Runden sah sich Kurt Hock den Kampf um die Spitze von hinten an, dann entschied er sich für "volle Kraft voraus". In der dritten Runde überholte er sowohl Göttlich/Höss als auch Moser/Wäfler, obwohl sich der Österreicher heftig zur Wehr setzte. In der schnellen Bergabkurve "Seng" berührten sich die Gespanne gleich mehrfach, aber Kurt Hock gab nicht nach und riss die Führung an sich, um sie nicht wieder abzugeben. Später sagte er scherzhaft: "Auf dem dritten Platz haben wir wegen der aufgewirbelten Gischt überhaupt nichts gesehen. Wir haben dann die Flucht nach vorn angetreten, da war die Sicht auch besser."
Uwe Göttlich, der kurz darauf ebenfalls an Josef Moser vorbeizog, versuchte alles um an Hock heran zu kommen, aber die schwarze Hock-Kawasaki zog mit einer Serie von 1.49-er Zeiten an der Spitze ihre Bahn wie ein Uhrwerk. Der Vorsprung wuchs von anfangs vier über acht Sekunden auf 10,7 Sekunden im Ziel nach 13 Runden an. Die Freude im Hock-Lager war riesengroß, zumal man in dieser Saison schon länger nicht mehr von Fortuna verwöhnt worden war. Für den jungen Enrico Becker war es außerdem die erste Sektdusche in einem deutschen Meisterschaftslauf, entsprechend üppig fiel sie aus.
Uwe Göttlich und Peter Höss waren auch mit dem 2. Platz sehr zufrieden. Allerdings räumte der Eibauer ein, Kurt Hock nicht auf seiner Rechnung gehabt zu haben. Moser/Wäfler wurden mit einem sich auflösenden Hinterradreifen bis auf den 6. Platz durchgereicht. Dafür tauchte Markus Schlosser wieder auf und vom 5. Platz zur Aufholjagd an. Allerdings dauerte es einige Zeit, bis er sich aus dem Wassernebel befreit und die vor ihm fahrenden Hainbucher/Adelsberger und Eilers/Freund überholt hatte. In der Schlussphase rückten Schlosser/Kolloch den Zweiten Göttlich/Höss noch gefährlich nahe, aber trotz der schnellsten Rennrunde gelang der schweizerisch-deutschen Paarung keine weitere Resultatsverbesserung mehr.
Dieter Eilers, als Ostfriese an schweres Wetter gewöhnt, kämpfte tapfer, sah einige Zeit wie der sichere Dritte aus, bis er dem Schlussspurt von Schlosser Tribut zollen musste. Als Vierte im Ziel konnten Eilers/Freund aber die besser gestarteten Österreicher Hainbucher/Adelsberger sicher in Schach halten.
Das Mittelfeld führten die Schweizer Peter Schröder/Anna Burkard an, denen als Siebte im Ziel nur 2,4 Sekunden auf Moser/Wäfler fehlten. Noch enger ging es zwischen Zimmermann/Ziegler und Nagel Hildebrandt zu, wähend Kohlmann/Anderle die Top Ten komplettierten. Die elftplatzierten Harald Kuttler/Hannes Grauer bekamen den von der Interessengemeinschaft Gespannrennen (IGG) ausgeschriebenen "Rookie-Pokal" überreicht.

 
Ergebnis: IDM-Stand (nach 5 Rennen): Punkte
1. Hock/Becker   1. Steinhausen/Kölsch 91
2. Göttlich/Höss   2. Moser/Wäfler 90
3. Schlosser/Kolloch   3. Roscher/Hänni 70
4. Eilers/Freund   4. Schlosser/Kolloch 49
5. Hainbucher/Adelsberger   5. Hainbucher/Adelsberger 48
6. Moser/Wäfler   6. Göttlich/Höss 40
7. Schröder/Burkard   7. Eilers/Freund 36
8. Zimmermann/Näf   8. Schröder/Burkard 35
9. Nagel/Hildebrandt   9. Hock/Becker 32
10. Kohlmann/Anderle   10. Kohlmann/Anderle 30
11. Kuttler/Grauer   11. Laidlow/Farrance 27
12. Brändle/Fritz   12. Grabmüller/Grabmüller 26
13. Spalteholz/Schade   13. Doppler/Wagner 24
14. Rutz/Äberli   14. Nagel/Hildebrandt 23
15. Kowalski/Grams   15. Kuttler/Grauer 19
      16. Zimmermann/Näf 16
      17. Brändle/Fritz 14
      18. Centner/Helbig 13
      19. Rutz/Äberli 7
      20. Spalteholz/Schade 6
      21. Kowalski 1
 

5. Lauf 2005 - Schleizer Dreieck

 

Überraschungssieg durch Kurt Hock und Enrico Becker bei den Sidecars
(Quelle: IDM)
Das deutsche Sidecar-Team von Kurt Hock und Beifahrer Enrico Becker gewann überraschend den Lauf der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in der Klasse IDM Sidecar auf dem Schleizer Dreieck.
Beim Training hatten sich noch das österreichisch-schweizerische Favoriten-Team von Josef Moser und Ueli Wäfler zum dritten Mal in dieser Saison die Pole Position vor Schlosser/Kolloch und Göttlich/Höss. Die Meisterschaftsführenden Steinhausen/Kölsch, sowie Roscher/Hänni, Doppler/Wagner und die Briten Laidlow/Farrance waren in Schleiz wegen des zeitgleich am Salzburgring stattfindenden WM-Laufes nicht am Start.
Kurioser konnte der fünfte Lauf der IDM-Sidecars nicht beginnen. Als die Gespanne in die Startaufstellung rollten, öffnete der Himmel seine Schleusen und es fiel heftiger Regen, der sich später sogar in Hagel verwandelte. Als die Verwunderung über die Wetterkapriolen bei den Fahrern verflogen war, gab es auf der Start- und Zielgerade eine Schneeballschlacht.
Den besten Start erwischten Göttlich/Höss, doch schon in der ersten Kurve wurden sie von Moser/ Wäfler überholt. Lange konnte das österreichisch-schweizerische Gespann die Führung nicht halten. Denn zeitig hatten sie mit einem massiven Reifenproblem zu kämpfen. „Ich dachte wir haben einen Plattfuß. Aber nach dem Rennen haben wir gesehen, das sich der Hinterreifen komplett aufgelöst hat. Es sind richtige Stücke heraus gebrochen. Schade, wir wollten hier eigentlich von der Abwesenheit Jörg Steinhausens profitieren und richtig punkten. Besonders da Schleiz zu meinen Lieblingsstrecken zählt.“, so Josef Moser enttäuscht nach dem Rennen.
In der dritten Runde übernahmen Kurt Hock und Enrico Becker Platz eins und fuhren diesen auch ins Ziel. „So eine Wettersituation habe ich nur einmal 1995 am Nürburgring erlebt, da fing es im Rennen an zu hageln. Bei den Bedingungen war es sehr hart zu fahren, besonders in der Startphase haben wir nichts gesehen. Wir haben dann die Flucht nach vorne ergriffen, da war die Sicht auch besser.“, scherzte Kurt Hock nach dem Rennen.
Der Kampf um Platz zwei und drei, zwischen Uwe Göttlich und Markus Schlosser blieb spannend bis zur letzten Runde. Trotz einer Rekordrunde von Schlosser, konnten sich die "Lausitzer Früchtchen" (Göttlich/Höss) durchsetzen und sicherten sich die Punkte für den zweiten Platz. „Was für ein Rennen, die Sicht war gleich null, besonders in den ersten Runden - ein absoluter Blindflug.“, scherzte Uwe Göttlich nach dem Rennen. Schlosser/Kolloch wurden Dritte und Dieter Eilers mit Beifahrer Achim Freund wurde als Vierter abgewunken.
Die Fans des Suzuki Bridgestone GSX-R-Cups richteten ihre gespannten Blicke auf das Gespann mit der Startnummer 55. Horst Maria Kowalski hatte mit Didier Grams einen ungewöhnlichen Beifahrer. Am Vormittag gewann der junge Sachse das Rennen im Suzuki-Cup und am Nachmittag gab er sein Debüt als Beifahrer. Mit Platz 15 sprang sogar der erste Sidecar-Punkt heraus.
In der Gesamtwertung liegen Steinhausen/Kölsch mit 91 Punkten nur noch einen Zähler vor Moser/Wäfler (90). Auf Rang drei folgen Roscher/Hänni mit 70 Punkten.