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  Bericht von http://www.ig-gespannrennen.com
 

6. Lauf - Motopark Oschersleben 03.-04.9. 2005

  Es bleibt spannend in der Meisterschaft!

Text Hubert Lebeau - Der Entschluss des Teams Steinhausens, der Weltmeisterschaft aufgrund von Unstimmigkeiten vorzeitig den Rücken zu kehren, hatte natürlich Auswirkungen auf die Internationale Deutsche Meisterschaft der Sidecars. Denn nun waren Steinhausen/Kölsch in Oschersleben bei der IDM am Start (und nicht in Assen bei der WM), was die Chance auf die neuerliche Titelverteidigung von Jörg Steinhausen natürlich erheblich steigerte. Und er wahrte diese Chance auf dem bestmöglichen Weg, nämlich mit einem Sieg vor seinem ärgsten Widersacher Josef Moser.
Dank dieses Zieleinlaufs ist die Meisterschaft nach wie vor nicht entschieden, denn Steinhausens Vorsprung ist mit sechs Zählern nach wie vor knapp. Die Spannung bleibt also erhalten. Josef Moser kündigte unter dem Beifall seiner Konkurrenten nach dem Rennen an: "Wir werden kämpfen bis zur letzten Minute!" Die Entscheidung fällt erst in den beiden letzten Rennen auf dem Sachsenring und in Hockenheim.
Nicht dabei waren in Oschersleben die Teams Roscher/Hänni und Laidlow/Farrance, die nach wie vor in der Sidecar-Weltmeisterschaft engagiert sind, ebenso die Deutschen Meister von 2003, Doppler/Wagner. Trotz der zweimaligen Abwesenheit liegen Mike Roscher und Adolf Hänni immer noch auf dem dritten Platz in der IDM-Meisterschaftswertung
hinter Steinhausen/Kölsch und Moser/Wäfler.
Die Konkurrenz bei den IDM-Sidecars ist noch dichter geworden. Das bekommt auch ein Weltklassefahrer wie Jörg Steinhausen zu spüren. Seine Dominanz ist nicht mehr so erdrückend wie in den vergangenen Jahren. Auch in Oschersleben betrug der Vorsprung vor Moser "nur" knapp zehn Sekunden. Aber Jörg hatte, nach der Erfahrung eines Defekts im Training, in der zweiten Rennhälfte das Tempo etwas herausgenommen, um das Material zu schonen. "Wir hatten in dieser Saison schon oft Probleme mit dem Motor, deshalb wollte ich nichts riskieren", sagte er in der Pressekonferenz nach dem Rennen.
Im Kampf um den Platz hinter Steinhausen sah sich Josef Moser einem enormen Druck durch den Schweizer Markus Schlosser ausgesetzt. Sowohl im Training als auch noch im Warm up hatten Schlosser/Kolloch immer die Nase vorn und selbst im Rennen tauchte die schwarz-gelbe Suzuki an 2. Position vor der silber-roten Honda von Moser/Wäfler auf. Aber schon zu Beginn der 2. Runde quetschte sich Moser in der Hotelkurve in einem entschlossenen Manöver an Schlosser vorbei. Schlosser/Kolloch ließen
sich aber nicht abschütteln, der Schweizer folgte dem Österreicher wie ein Schatten. In der letzten Runde kamen Schlosser allerdings zwei zu überrundende Gespanne in die Quere, so dass er aus Sicherheitsgründen seinen Schlussangriff abblies. In der Pressekonferenz bekannte Markus Schlosser, noch kein Oschersleben-Spezialist zu sein. "Ich bin hier bisher einfach zu wenig gefahren. Von der Streckenkenntnis her sind mir andere noch etwas voraus."
Die Trainingsvierten Kurt Hock/Enrico Becker machten es sich selbst schwer, diese Position auch im Rennen zu erreichen. Nach einem mittelmäßigen Start gerieten sie vor der ersten Kurve ins Mittelfeld-Gewühl und mussten sich dort erst einmal freikämpfen.
Während vor ihnen Göttlich/Höss in der 4. Runde an Hainbucher/Adelsberger vorbeizogen, gelang dies Hock/Becker erst im zweiten Anlauf. Beim ersten Mal hatte der Österreicher umgehend gekontert und sich die 5. Position wieder zurückgeholt. Den Vorsprung, den sich Göttlich mittlerweile herausgefahren hatte, machte die schwarze Hock-Kawasaki in einer Runde wieder wett und zog sogar an der grünen Suzuki vorbei auf den 4. Platz. Dort war dann allerdings Endstation, denn die Spitzengruppe war längst entschwunden. Stattdessen musste sich Hock auf Göttlich konzentrieren, der zunächst nachsetzte, aber sich letztlich doch noch deutlich geschlagen geben musste.
Während sich Hock und Göttlich duellierten, hatten Eilers/Freund diesen Zweikampf vorübergehend sogar zum Dreikampf gemacht, konnten aber in die Entscheidung dann doch nicht eingreifen. Allerdings betrug ihr Rückstand auf den fünftplatzierten Göttlich im Ziel nach 14 Runden nur vier Zehntelsekunden!
Den Lohn der Zuverlässigkeit ernteten als Siebte Hainbucher/Adelsberger, die ebenso wie Moser, Eilers und Kohlmann alle sechs bisher gefahrenen Rennen "in den Punkten" beendet haben. In der aktuellen IDM-Punktewertung belegt Hainbucher den 5. Rang hinter Schlosser und vor Göttlich.
Den Zweikampf im Mittelfeld entschied der Südbadener Robert Zimmermann vor dem Bayer Baptist Kohlmann für sich. Mit seinem neuen Beifahrer Maik Ziegler hat Zimmermann damit in den letzten beiden Rennen schon zweimal den 8. Platz eingefahren.
Hinter Zimmermann und Kohlmann beharkten sich Fabio Dagnino/Rainer Wedele und Matthias Nagel/Michael Hildebrandt, wobei sich der Gaststarter aus Genua mit seinem deutschen Beifahrer den 10. Platz und damit auch den Rookie-Pokal der IGG
sicherte. Ein weiterer Gaststarter wurde auf dem 12. Platz abgewunken: Markku Artiola und Aki Aalto hatten den weiten Weg aus Finnland bis nach Oschersleben auf sich genommen. Besonders bemerkenswert: Markku Artiola ist, wenn er nicht gerade Gespannrennen fährt, auf den Rollstuhl als Fortbewegungsmittel angewiesen!

 
Ergebnis: IDM-Stand (nach 5 Rennen): Punkte
1. Steinhausen/KölschD/D   1. Steinhausen/Kölsch 116
2. Moser/Wäfler A/CH   2. Moser/Wäfler 110
3. Schlosser/Kolloch CH/D   3. Roscher/Hänni 70
4. Hock/Becker D/D   4. Schlosser/Kolloch 65
5. Göttlich/Höss D/D   5. Hainbucher/Adelsberger 57
6. Eilers/Freund D/D   6. Göttlich/Höss 51
7. Hainbucher/Adelsberger D/D   7. Eilers/Freund 46
8. Zimmermann/Ziegler D/D   8. Hock/Becker 37
9. Kohlmann/Anderle D/D   9. Kohlmann/Anderle 37
10. Dagnino/Wedele I/D   10. Schröder/Burkard 29
11. Nagel/Hildebrandt D/D   11. Nagel/Hildebrandt 29
12. Artiola/Aalto SF/SF   12. Laidlow/Farrance 27
13. Brändle/Fritz CH/D   13. Grabmüller/Grabmüller 26
14. Rutz/Aberli CH/CH   14. Doppler/Wagner 24
15. Spalteholz/Schade D/D   15. Zimmermann/Ziegler 24
      16. Kuttler/Grauer 19
      17. Bränle/Fritz 19
      18. Centner/Helbig 13
      19. Rutz/Äberli 11
      20. Spalteholz/Schade 9
      21. Kowalski 1
 

6. Lauf 2005 - Motopark Oschersleben

 

Steinhausen/Kölsch holen sich ihren vierten Sieg bei den IDM Sidecars
(Quelle: IDM)
Jörg Steinhausen und Axel Kölsch holten sich in der Motorsport Arena Oschersleben vor 11.500 Zuschauern ihren bereits vierten Saisonsieg bei den Sidecars. Damit liegen sie auch im Titelkampf weiter in Front.
Da zeitgleich mit der IDM-Veranstaltung die Superside-WM in Assen stattfand, war das Starterfeld der IDM Sidecar nicht vollzählig. Mit den Briten Laidlow/Farrance und Roscher/Hänni fehlten zwei Spitzenteams. Jörg Steinhausen, der sich vor kurzem aus der Weltmeisterschaft zurückgezogen hat, konnte in Oschersleben starten und einen überlegenen Sieg einfahren.
Den besten Start erwischten wieder einmal Uwe Göttlich und Peter Höss, doch bereits nach wenigen Metern wurden sie von Steinhausen/Kölsch überholt, die anschließend einen Vorsprung von 9,6 Sekunden herausfahren konnten. Der Sieg war ihnen so nicht mehr zu nehmen.
Hinter den späteren Siegern Steinhausen/Kölsch entbrannte ein spannender Kampf zwischen den Teams von Markus Schlosser und Andreas Kolloch sowie Steinhausens härtesten Titelkampf-Konkurrenten Josef Moser und Ueli Wäfler. Mit einem gewagten Überholmanöver schob sich Moser auf Platz zwei. In den folgenden Runden blieben die beiden Gespanne dicht zusammen und Schlosser legte sich den Zweitplatzierten Moser für eine Schlussattacke zurecht. Doch zu überrundende Piloten schoben sich zwischen die beiden Gespanne und verhinderten den finalen Angriff. Platz zwei und drei blieben also unverändert. Mit einem großen Rückstand kamen Hock/ Becker als Vierte ins Ziel. Die Schnellstarter Göttlich/ Höss fielen im Rennverlauf auf Platz fünf zurück.
Josef Moser fuhr mit Rang 2 ein weiteres starkes Ergebnis ein, verlor aber im Titelkampf erneut 5 Punkte an Steinhausen. "Unsere Rennstrategie war klar auf Sieg ausgerichtet. Wir wollten Steinhausen besiegen, doch das ist nicht einfach. Hier mussten wir uns noch gegen Schlosser wehren. Da muss man schon eine gute Kondition haben. Gegen Schluss wurde es richtig heiß.", so der Österreicher nach dem Rennen.
Jörg Steinhausen und Axel Kölsch gewannen ihr viertes Rennen in der laufenden Saison. "Wir hatten in dieser Saison schon oft Probleme mit dem Motor, deshalb haben wir gegen Ende das Tempo raus genommen, um keinen Defekt zu riskieren.", so Jörg Steinhausen nach dem Rennen.
In der Gesamtwertung bleibt es weiterhin spannend. Jörg Steinhausen führt mit 116 Punkten, nur 6 Zähler dahinter folgt Josef Moser.