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  Bericht von http://www.ig-gespannrennen.com
 

7. Lauf 2005 - Sachsenring 17.-18.09.2005

  Moser/Wäfler nutzten ihre Chance - Meisterschaft bis zum Schluss spannend
Text und Bilder: Hubert Lebeau - Die Internationale Deutsche Meisterschaft der Sidecars hat es in diesem Jahr wirklich in sich! Vor dem Rennen auf dem Sachsenring schienen Jörg Steinhausen/Axel Kölsch endgültig auf klarem Titelkurs zu segeln, aber dann kam im vorletzten Rennen der Saison alles anders. Am Gespann von Steinhausen sprang in der Warm up-Runde die Antriebskette herunter. Der IDM-Führende erreichte zwar noch dank Schiebehilfe den Startplatz, aber dort reichte die Zeit nicht mehr aus, um eine neue Kette zu montieren.
So waren die Trainingsschnellsten bereits "out of race", bevor dieses überhaupt begonnen hatte. Steinhausens ärgster Verfolger, das Team Moser/Wäfler, ließ sich die Chance nicht entgehen. Vom Start weg ging die silber-rot-grüne LCR-Honda in Führung und verteidigte diese bis ins Ziel nach 15 Runden.
So wurde aus einem 6-Punkte-Rückstand gegenüber Steinhausen ein fast schon komfortabler 19-Punkte-Vorsprung. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Moser/Wäfler dürfen sich beim Saisonfinale am 2. Oktober in Hockenheim keinen Ausfall leisten (was bei dem österreichisch-schweizerischen Duo in diesem Jahr allerdings auch noch nicht vorgekommen ist) und Steinhausen/Kölsch werden im badischen Motodrom auf jeden Fall noch einmal angreifen.
Wie knapp es ausgehen kann, bekamen Moser/Wäfler schon beim Rennen auf dem Sachsenring zu spüren. Nach eher vorsichtigem Beginn konnten Mike Roscher/Adolf Hänni recht schnell zu dem führenden Moser aufschließen. Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Roscher an Moser vorbeiziehen würde, aber dann mussten Roscher/Hänni dem nachlassenden Hinterradreifen Tribut zollen und sich mit der Sicherung des 2. Platzes begnügen, der ihnen trotz zweier nicht gefahrener Rennen weiterhin Platz drei in der Meisterschaftswertung sichert. Der Rückstand von Roscher auf den Sieger betrug nur 36 Hundertstel Sekunden!
Für schnelle Runden auf dem von Linkskurven gespickten Sachsenring waren auch Schlosser/Kolloch gut, sogar für die schnellste Rennrunde des Tages mit 1:32.133 Min, was einem Schnitt von 143,4 km/h entspricht. Aber der Schweizer und sein deutscher Beifahrer hingen lange hinter Hainbucher und Doppler fest. Als Markus Schlosser endlich einen Weg an den beiden Österreichern vorbei gefunden hatte, gab es kein Halten mehr. Auch die zunächst ungefährdet an dritter Stelle fahrenden Göttlich/Höss mussten die gelb-schwarze LCR-Suzuki ziehen lassen. Im Ziel war Markus Schlosser trotz des Podestplatzes mit sich und der Konkurrenz unzufrieden. "Uns will einfach kein guter Start gelingen. Und dann dauert es viel zu lange, bis wir vorne angekommen sind."
Die sächsisch-schwäbische Paarung Göttlich/Höss wurde auch noch von Doppler/Wagner abgefangen, aber Uwe Göttlich kämpfte mit einem großen Handicap. Im direkt vorangegangenen Weltmeisterschaftsrennen hatte sich Uwe Göttlich beim frühen Ausfall wegen eines Kupplungsschadens eine Achillessehnen-Verletzung zugezogen. Die Kupplung konnte bis zum IDM-Rennen repariert werden, die Achillessehne natürlich nicht. Und so biss der Eibauer die Zähne zusammen. Anfangs klappte das auch hervorragend, aber dann wurden gegen Rennende die Schmerzen einfach zu groß. Der 5. Platz knapp hinter Doppler/Wagner war unter diesen Umständen aller Ehren wert!
Neben dem Duell um die Spitze hatten sich über drei Viertel der Renndistanz der gut gestartete Hainbucher mit Doppler, Schlosser und
Hock einen sehenswerten Vierkampf geliefert. Als letzter des Verfolgertrios konnten schließlich auch noch Hock/Becker auf der Hock-Kawasaki die RSR-Yamaha von Hainbucher/Adelsberger ausbremsen und sich Platz sechs sichern.
Das Ostfriesen-Team Eilers/Freund hatte es nach dem ungewohnt schlechten 13. Startplatz eilig in die vorderen Punkteränge einzudringen. Das gelang auch sehr gut, allerdings erwiesen sich die Schweizer Peter Schröder/Anna Burkard als echte Herausforderung. Mindestens einmal pro Runde wechselte die Reihenfolge im Kampf um Platz acht, bis schließlich das Schweizer Team mit einem sich auflösenden Reifen seine Angriffe einstellen und sich mit dem 9. Platz zufrieden geben musste.
Das neu formierte Team Robert Zimmermann/Maik Ziegler beschloss mit einer weiteren guten Leistung die ersten Zehn dieses Rennens. Die Wiener Gebrüder Michael und Bernd Grabmüller waren auf dem 11. Platz das letzte nicht überrrundete Gespann. Hinter Kohlmann/Anderle, die hörbar mit einem nicht gesunden Motor zu kämpfen hatten, kamen die Schweizer Konrad Brändle/Michel Fritz ins Ziel, die dafür bei der Siegerehrung den Pokal der von der Interessengemeinschaft Gespannrennen ausgeschriebenen Rookie-Wertung überreicht bekamen. Den einzigen Ausfall des Tages hatten Harald Kuttler/Hannes Grauer zu verkraften, deren Gespann in der siebten Runde plötzlich in Flammen stand. Das Feuer musste von den Streckenposten gelöscht werden.
 
Ergebnis: IDM-Stand (nach 5 Rennen): Punkte
1. Moser/Wäfler D/D   1. Moser/Wäfler 135
2. Roscher/Hänni A/CH   2. Steinhausen/Kölsch 116
3. Schlosser/Kolloch CH/D   3. Roscher/Hänni 90
4. Doppler/Wagner A   4. Schlosser/Kolloch 81
5. Göttlich/Höss D/D   5. Hainbucher/Adelsberger 66
6. Hock/Becker D/D   6. Göttlich/Höss 62
7. Hainbucher/Adelsberger A/D   7. Hock/Becker 55
8. Eilers/Freund D/D   8. Eilers/Freund 54
9. Schröder/Burkard CH   9. Schröder/Burkard 42
10. Zimmermann/Ziegler D/D   10. Kohlmann/Anderle 41
11. Grabmüller/Grabmüller D/D   11. Doppler/Wagner 37
12. Kohlmann/Anderle D/D   12. Grabmüller/Grabmüller 31
13. Brändle/Fritz CH/D   13. Zimmermann/Ziegler 30
14. Spalteholz/Schade D/D   14. Nagel/Hildebrandt 29
15. Rutz/Äberli CH/CH   15. Laidlow/Farrance 27
      16. Brändle/Fritz 22
      17. Kuttler/Grauer 19
      18. Centner/Helbig 13
      19. Rutz/Äberli 12
      20. Spalteholz/Schade 11
      21. Kowalski 1
 

Sidecar-Sieg für Josef Moser/Ueli Wäfler
Ausfall von Steinhausen macht den Titelkampf vollständig offen

 

(www.idm.de)
Hohenstein-Ernstthal – Das österreichisch-schweizerische Sidecar-Team von Josef Moser und Ueli Wäfler ist beim Rennen zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Sachsenring überraschend auf Titelkurs. Mit einem Lauf-Sieg vor 17.800 Zuschauern profitierte Moser vom Ausfall der Titelfavoriten Steinhausen/Kölsch.
Die Pole Position am Samstag hatte sich das deutsche Team von Jörg Steinhausen und Axel Kölsch bereits im ersten Zeittraining geholt, da es am Nachmittag regnete und die Bestzeiten nicht mehr zu unterbieten waren. Viele Teams verzichteten im Regen ganz auf weitere Runden. Mit einem Trainingsrückstand von nur 0,4 Sekunden auf Steinhausen konnte sich das Team Josef Moser und Ueli Wäfler berechtigte Hoffnungen auf einen Podiumsplatz ausrechnen.
Die Warmup-Runde zum Rennen am Sonntagabend endete mit einem Paukenschlag. Nachdem Jörg Steinhausen und Axel Kölsch mit technischen Problemen noch vor dem Rennen vom Startplatz geschoben wurden und so keine Punkte einfahren konnten, wird es nun noch einmal spannend im Kampf um den Titel. „Die Kette ist uns runter gesprungen. Wir sind in der Besichtigungsrunde einfach ausgerollt. Sepp Doppler hat uns sogar noch angeschoben. Aber leider hat uns eine Schraube gefehlt und die Zeit ist davon gelaufen. Aber in Hockenheim werden wir noch mal angreifen.“, so Jörg Steinhausen enttäuscht.
Nach dem Rennstart ohne Steinhausen setzten sich Moser/ Wäfler in Führung und konnten einen Vorsprung herausfahren. Doch gegen Ende des Rennens kamen die Verfolger Mike Roscher/Adolf Hänni immer näher. Die geplante Schlussattacke blieb jedoch aus, da zu überrundende Piloten sich zwischen die beiden Gespanne schoben und der Abstand sich wieder vergrößerte. Josef Moser und Ueli Wäfler konnten so ihren ersten Saisonsieg einfahren. Hinter ihnen wurden Roscher/Hänni Zweite.
Spannend blieb bis zuletzt auch der Kampf um Platz drei. Bis zur Rennhälfte fuhr Uwe Göttlich mit Peter Höss in Richtung letzter Podestplatz. Doch wenige Runden vor Schluss wurden ihre Rundenzeiten schlechter und die Verfolger Markus Schlosser/Andreas Kolloch konnten aufschließen. Mit der schnellsten Rennrunde auf dem Konto überholten sie Göttlich, die am Ende als Fünfte abgewinkt wurden. Der Sachse erklärte nach dem Rennen den Grund des Leitungsabfalls: „Wir sind ja schon im WM-Lauf mitgefahren, dabei habe ich mich verletzt. Mit einer gerissenen Achillessehne sind wir auch noch zum IDM-Rennen gestartet. Aber die Schmerzen waren gegen Rennende einfach zu groß.“ Auch die österreichischen WM-Starter Doppler/Wagner schoben sich noch an Göttlich vorbei auf Rang vier.
Hinter Roscher/Hänni kamen Schlosser/Kolloch als Dritte ins Ziel. Über den dritten Platz kam jedoch bei Markus Schlosser keine rechte Freude auf: „Wir hätten von Anfang an die gleichen, schnellen Rundenzeiten fahren können, aber wir hatten viele Gespanne vor uns, die uns aufgehalten haben. Als wir frei fahren konnten, haben wir bewiesen wie schnell wir sind.“, ärgerte sich der Schweizer nach dem Rennen.
Mit ihrem Sieg vom Sachsenring fahren Moser/Wäfler nun mit 19 Punkten Vorsprung zum Final-Lauf nach Hockenheim. „Noch ist kein Druck da, wir werden sehen was in Hockenheim auf uns zu kommt.“, so Josef Moser nach dem Rennen.

 

Steinhausens Pech bringt Spannung

 

(Quelle: MSA; 20. September 2005)
Nachdem ]örg Steinhausen und Axel Kölsch mit technischen Problemen noch vor dem Rennen vom Startplatz geschoben wurden und so keine Punkte einfahren konnten, wird es nun noch einmal spannend im Kampf um den Titel. "Die Kette ist uns runtergesprungen. Wir sind in der Besichtigungsrunde einfach ausgerollt. Sepp Doppler hat uns sogar noch angeschoben. Aber leider hat uns eine Schraube gefehlt, und die Zeit ist davongelaufen. In Hockenheim werden wir noch mal angreifen", meinte ]örg Steinhausen enttäuscht.
Nach dem Start setzten sich Moser/Wäfler in Führung und konnten einen Vorsprung herausfahren. Gegen Ende des Rennens kamen die Verfolger Roscher Hänni immer näher. Die geplante Schlussattacke blieb jedoch aus, da zu überrundende Piloten sich zwischen die beiden Gespanne schoben und der Abstand sich wieder vergrösserte.
Mit dem Sieg von Moser fahren die Österreicher nun mit 19 Punkten Vorsprung zum finalen Lauf nach Hockenheim. "Noch ist kein Druck da, wir werden sehen, was in Hockenheim auf uns zukommt", so ]osef Moser nach dem Rennen. Hinter Roscher/Hänni kamen Schlosser/Kolloch als Dritte ins Ziel.