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  Bericht von http://www.ig-gespannrennen.com
 

Hattrick für Schlosser/Wagner in der Lausitz

  Text und Fotos: Hubert Lebeau
 
Nach dem Unfall in Oschersleben kamen Jörg Steinhausen und Axel Kölsch mit neuer blauer Lackierung zum dritten Sidecar-IDM-Rennen auf dem Eurospeedway Lausitz. Das Steinhausen-Team laborierte das gesamte Wochenende mit Zündaussetzern. Man bekam das Problem zwar immer besser in Griff, ohne es allerdings komplett beseitigen können. Aber auch so reichte es wiederum zum 2. Platz hinter Markus Schlosser und Bernhard Wagner, allerdings mit 10,7 Sekunden Rückstand. Die Meisterschaftsfavoriten aus der Schweiz bzw. aus Österreich feierten in der Lausitzer Sonne ihren dritten Sieg hintereinander. Auf ihren Lorbeeren ausruhen können sie sich allerdings nicht, denn mit nur 15 Punkten Rückstand lauern Steinhausen/Kölsch als erste Verfolger.
Doch zunächst bot sich an der Spitze des 20 Gespanne starken Feldes erst einmal ein ungewohntes Bild. Hainbucher/Adelsberger waren vom 4. Startplatz aus in Führung geschossen vor Doppler/Helbig, die die drittschnellste Zeit im Training erzielt hatten. Erst dann folgten Schlosser und Steinhausen vor den ebenfalls überraschend weit vorn auftauchenden Zimmermann/Ziegler. Es stellte sich aber schnell heraus, dass Robby Zimmermann einen Frühstart produziert hatte. Die Zeitstrafe, die er sich dafür einhandelte, warf ihn vom 7. auf den 10. Platz zurück. Die zweite Runde sah plötzlich Sepp Doppler vor Harald Hainbucher an der Spitze des Feldes, während sich Kurt Hock/Enrico Becker an Zimmermann vorbei auf den 5. Platz vorarbeiteten. Erst die dritte Runde brachte dann die erwartete Reihenfolge mit Schlosser/Wagner vor Steinhausen/Kölsch, wobei der Schweizer gleich einmal einen kleinen Sicherheitsabstand zu dem Nümbrechter einbaute. "Man muss beim Start nicht vorn sein. Wer am Ende vorn ist hat gewonnen," kommentierte der Eidgenosse das Rennen in seiner bekannt trockenen Art nach der Siegerehrung.
Hinter den beiden Führenden bildete sich eine Dreier-Kampfgruppe mit Hainbucher, Doppler und Hock, die sich keinen Zentimeter schenkte. Erst war Hainbucher Dritter, dann Doppler, dann wieder Hainbucher, der sich sogar abzusetzen schien. Doch daraus wurde nichts, während es einige Runden so aussah, als könnten Uwe Göttlich/Peter Höss auf die Kampfgruppe aufschließen. Der Lausitzer Göttlich steckte nach einem eher mäßigen Start erst einmal im dichten Verkehr und musste sich erst einmal aus dem Gewühl lösen.
In der 14. von 16 Runden wurde aus dem Trio ein Duo, nachdem sich Hainbucher am Ende der kurzen Sprintgeraden mit einem hässlichen Geräusch im Antrieb verabschieden mussten. Kurt Hock versuchte in den beiden verbleibenden Runden alles, um sich an Doppler vorbei aufs Podium zu fahren. Doch der Österreicher, der für dieses Rennen den Sachsen Mike Helbig angeheuert hatte, war auf der Hut und rettete als Dritter einen Vorsprung von sieben Zehntelsekunden über die Ziellinie. Die Viertplatzierten Hock/Becker brauchten wiederum Göttlich/Höss nicht mehr zu fürchten, die im Ziel 15,3 Sekunden Rückstand hatten. Hainbucher/Adelsberger erlebten das Finale zwar tatenlos als Zuschauer vom Streckenrand aus, wurden aber noch als Sechzehnte gewertet. Wegen der Platzierung der schwedischen Gastfahrer Reuterholt/Ikonen, die Neunte wurden, blieb ihnen als schwacher Trost noch ein IDM-Punkt für den 15. Platz.
Erneut eine tadellose Leistung zeigten die Schweizer Peter Schröder und Anna Burkart, die sich mit ihrem 6. Platz im Rennen auf Rang vier in der IDM-Meisterschaftswertung hinter Schlosser, Steinhausen und Doppler geschoben haben. Diesmal hatten sie allerdings in Harald Kuttler/Hannes Grauer einen hartnäckigen Verfolger. Das Team aus dem süddeutschen Kusterdingen zeigte in der Lausitz die bisher beste Leistung und kreuzte nur ein 1,8 Sekunden hinter Schröder den Zielstrich. Ebenso wie Kuttler/Grauer kommt auch die italienisch-deutsche Paarung Fabio Dagnino und Rainer Wedele in ihrer zweiten IDM-Saison immer besser in Fahrt. Vier Zehntelsekunden Vorsprung vor Reuterholt/Ikonen sicherte dem Mann aus Genua mit seinem Beifahrer vom Bodensee den 8. Platz. Johan Reuterholt war bisher schon in der Europa- und der Weltmeisterschaft unterwegs. In diesem Jahr will der auf den Rollstuhl angewiesene Schwede noch einige weitere IDM-Rennen als Gaststarter bestreiten. Hinter den auf den 10. Platz zurückgestuften Zimmermann/Ziegler belegte der zweite Lokalmatador, Matthias Nagel aus Hoyerswerda, mit Beifahrer Michael Hildebrandt den 11. Platz in diesem abwechslungsreichen Rennen.